Das 9/11 Museum – ein bewegender Besuch!

Vor Beginn meiner Reise hatte ich mir diesen Besuch offen gehalten und auch noch keine Karte gekauft. Ich war mir einfach nicht sicher, ob ich mir das wirklich alleine anschauen wollte. Vor Ort war ich dann doch spontan und bekam für den Dienstagabend noch ein Ticket. Jeder von euch weiß bestimmt noch ganz genau, wo und was er am 11. September 2001 gemacht hat. Ich war damals auf der Arbeit und sehr erschüttert, als ich die Meldung im Radio gehört habe. Abends saß ich ganz entsetzt vor dem Fernseher und konnte es nicht glauben, was ich da sah.

Das Museum bringt mich an diesen Tag zurück. Es zeigt mehr als 10.000 Gegenstände und geht sieben Stockwerke tief unter der Erde. Man geht einen dunklen Gang entlang und hört Stimmen von Zeugen, die sich an den Tag erinnern, bevor die Flugzeuge in die WTC-Türme einschlugen. Es werden Berichte und Bilder vom Geschehen gezeigt. Anrufe von Menschen, die in den Türmen waren und Polizeifunkmitschnitte hört man, viele von ihnen haben nicht überlebt. Es wird minutengenau das Grauen vom diesem Morgen dargestellt. Man bekommt eine Gänsehaut, wenn man die Stimmen von Augenzeugen, die Sirenen und die Schreie, die durch den Raum hallen, hört. Es ist mir unheimlich schwer gefallen, da unberührt zu bleiben. Ganz besonders, wenn man hört, wie ein Mann auf den Anrufbeantworter spricht, sich von seiner Frau verabschiedet und ihr noch ein schönes Leben wünscht. Ich bin dann doch etwas zügiger durch diesen Teil der Ausstellung gegangen, sonst hätte mich das einfach zu sehr mitgenommen.

Man sieht auch die 21m hohe Flutwand, die als Bollwerk zwischen WTC und Hudon River diente. Sie hat Stand gehalten. Eins der wenigen Stahlgerippe, welches vom zerstörten World Trade Center übrig geblieben ist, ragt als Zeichen der Hoffnung und der Unbeugsamkeit mittem im Raum empor. Man kommt zu einer Steintreppe (die sogenannte survivors staircase). Dort erzählt ein Augenzeuge, dass sich Hunderte Menschen über diese Treppe gerettet haben. Er zeigte mir auch noch seine privaten Handyfotos von diesem Tag. Es war wirklich sehr bedrückend und bewegend zugleich.

Ausgestellt ist auch Teil der Antenne des Nordturms und einen verschmorten Fahrstuhlmotor. Man kommt an eine Art Schaufensterscheibe vorbei und sieht verstaubte Pullis, Hemden und Hosen von einem Bekleidungsgeschäft. Der Inhaber wollte so den Schrecken des 11. Septembers festhalten.

Man sieht eine große Wand mit blauen Kacheln, wie ein Blick aufs Meer, dabei stehen die Kacheln für den blauen Himmel, der an jenem Morgen war. „Kein Tag soll dich aus der Erinnerung der Zeit tilgen“, steht dort. Zuhause habe ich dann erfahren , dass es hinter dieser Kachelwand ein separater Raum mit 8000 Säcken gibt, die mit der Asche und nicht identifizierte Überreste gefüllt sind.

Besonders erschüttert war ich von dem Anblick eines völlig demolierten Feuerwehrwagens  (Ladder 3). Die Feuerwehrmänner waren im Nordturm unterwegs, keiner von ihnen hat überlebt. Der Wagen wurde dann später von den einstürzenden Türmen zertrümmert.

Dann gibt es den Memoriam Raum, ein Raum voller Bilder der 2983 Verstorbenen. Die Angehörigen erzählen zum Teil die Geschichte. Es war ein ganz beklemmendes und trauriges Gefühl. Ich hatte Tränen in den Augen und bin dann doch schnell wieder raus gegangen.

Nachdem ich mir die restlichen Exponate angeguckt hatte, wollte ich das  Museum verlassen. Der Besuch hatte mich doch ganz schön emotional aufgewühlt. Man musste die Rolltreppe nach oben nehmen.  Beim Betreten der Rolltreppe höre ich es schon, leise und ganz traurige Musik,  die amerikanische Nationalhymne. Ich musste schwer schlucken und ich bekam Gänsehaut. Mit Tränen in den Augen verließ ich das Memorial.

 

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11 Gedanken zu “Das 9/11 Museum – ein bewegender Besuch!

  1. ganz toller emotionaler Beitrag ! Ich bin ja extra mal auf die Homepage von diesem Museum gegangen. Hast du sehr gut beschrieben und wenn ich jemals nach New York kommen sollte werde ich mich sicherlich an diesen Beitrag erinnern. Also ein schreckliches Ereignis sehr gut rübergebracht ! Gratulation ! LG Manni

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